Im Rahmen eines AgroFarm-Workshops am 2. Dezember 2008 in Frankfurt am Main diskutierte die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) gemeinsam mit Fachleuten aus Landwirtschaft und Industrie über die Entwicklung der Tierproduktion in Russland. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, an der 50 Unternehmen, Verbände und Organisationen aus dem Tierhaltungs- und Tierzuchtbereich teilnahmen, standen Fragen zur aktuellen Situation, zum Zuchttierhandel, zu Managementfragen sowie Erfahrungen von Akteuren auf dem russischen Markt.
Für Alexander Djagilev von der IAK Agrar Consulting GmbH verfügen die Tierhaltungsbetriebe in Russland über große Entwicklungspotenziale. Djagilev, der zusammen mit seinen Kollegen rund 20 Betriebe in Russland berät, sieht Chancen insbesondere in der Ausschöpfung vorhandener Potenziale. Viele bestehende Produktionskapazitäten würden bisher nur zu 50 bis 60 Prozent ausgenutzt. Rolf Neelsen, Geschäftsführer der NecoFarm Agriculture GmbH, betonte, dass die russischen Partner nicht nur auf moderne Technik und neue Technologien, sondern vor allem auf intensiven Erfahrungs- und Wissensaustausch angewiesen sind. Neelsen, dessen Organisation Zuchtrinder in 32 Länder der Welt exportiert, hält die Unterstützung sowohl in der organisatorischen als auch in der produktionstechnischen Beratung für dringend erforderlich. Magnus Westerkamp, Geschäftsführer der Big Dutchman Pig Equipment GmbH, sieht in der Kundenpflege eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Russland-Geschäft. So empfiehlt er, trotz der gegenwärtig schwierigen Situation auf dem russischen Markt zu bleiben, um so die Nähe zu den Kunden zu demonstrieren. Diese Strategie kam seinem Unternehmen schon während der Krise Ende der 90er Jahre zu Gute. Damit konnten wesentliche Marktanteile gesichert werden.